
Gerade noch in der Taverne in Exarchia gesessen. Während des Essens kreist die ganze Zeit ein Hubschrauber über dem Viertel, der Sound der Rotoren bricht die griechische Sirtaki-Musik. Erste schwarze Vermummte passierten durch vor den Fenstern. Die Kellner beobachten erst die Straße, und beginnen dann, Tische und Stühle ins Innere zu tragen. Immer wieder laufen junge Menschen mit Flaschen in der Hand und Schal vor dem Gesicht zur Platia Exarchia. Surreal dazu klimpert im Lokal weiterhin die griechische Bousouki vom Band vor sich hin. Lange wolle wir uns nicht mehr hier aufhalten, die plötzlich aufgekeimte Anspannung ist förmlich zu spüren.



Nun zu Hause. Im Viertel brennen mehrere Müllcontainer, jetzt auch in unserer Straße. Zahlreiche schwarz gekleidete und vermummte Personen scharen sich um den Platz in der Mitte des Viertels. Passanten beschleunigen ihren Schritt, alle Autos verschwinden aus den Straßen. In der Seitenstraße an der Politechnio versammeln sich ebenfalls viele Personen.
Wie es aussieht, bleibt diese Nacht nicht ruhig.
