Monatsarchiv: August 2008

„Die Sonne versingt am Pavianfelsen…

… im Kontertanz der Antihelden, in der Kunst, Wissen, Zorn und Angst zu verwalten, sing c’mon c’mon, mal die Fresse halten.“ Irgendwie fällt mir der Kettcarsong zu dem Strandbild ein, aber natürlich ist das nicht der Pavianfelsen, sondern der abendlich Blick am Paralia in Perea.

Nachdem ich Sonntagabend mir noch den grandiosen „The Dark Knight“ im Kino gegeben habe (ich verkneife mir schwärmerisches Abschweifen, bitte in der OmU schauen), wurde der Montag zu einem entspannten Strandtag. Zu unserer Freude war der Strand wie leergefegt im Gegensatz zum letzten Mal, und man konnte es wirklich genießen.
Gestern stand ein Besuch des Byzantinischen Museums von Thessaloniki an. Recht interessant, aber unsere Führerin erreichte nicht den Unterhaltungsfaktor wie die Woche zuvor. Nachts bin ich ein wenig in der Stadt am Meer entlang gejoggt, allerdings hatte ich nach ner halben Stunde Knieprobleme, weshalb ich gemächlich wieder den Rückweg antreten musste. Lieber die Beine schonen für den Aufstieg auf den Olymp am Sonntag. Aber eine wirklich schöne Strecke zum Laufen, und man realisiert, dass man nicht mehr allzu lange in dieser schönen Stadt verweilen darf.

Der heutige abend steht ganz unter der griechischen Musik. Zuerst wackel ich wieder mit dem Popo zu griechischen Volkstaenzen, und danach besuchen wir zu eim Konzert einer Art volkstuemlicher Popgruppe. Werde davon berichten.

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Einmal Athen und zurueck

Bestandsaufnahme: Gut 31 Stunden unterwegs, 14 Stunden nur im Zug gesessen/gelegen, fast 18 Stunden in Athen gewesen, ein Tocotronic-Tshirt mit kristallinen Racingstreifen, Konsum von unzähligen Litern Flüssigkeit und Schlafdefizit hoch drei. Achja, und ich habe eine absolut oberhammermegaaffentittengeile Bude in Athen. Aber doch vielleicht doch erst mal eine chronologische Wiedergabe der ereignisreichen Stunden …

Freitagnacht gings mit Christina und Sabrina gegen 23 Uhr mit dem Nachtzug von Thessaloniki nach Athen, Ziel: eine Wohnung in Athen zu ergattern. Zum Glück hatten wir für den alten Zug Sitzplatzreservierungen, die uns stundenlanges Stehen ersparten. Aber die Sitze waren trotz allem nicht von der bequemen Sorte, so dass man sich durch die Nacht mit Mucke auf den Ohren im Halbschlaf durch Hellas fahren lies. Immer wieder wurde man geweckt durch den Schaffner, der lauthals schreiend die nächste Haltestelle kundtat. Der ganze Wagen wurde zu naechtlicher Stunde bei einer langen Auseinadersetzung zwischen einer Mutter mit Kind und mehreren Schaffnern aus der Dämmerung erhoben, da die Dame anscheinend ihren Sitzplatz nicht räumen wollte. Sehr lustig, aber auch anstrengend.

Im Dunkeln erreichte man dann Athen, und musste sich erst mal orientieren, in welchen Vierteln man vielleicht wohnen wollte. Uebernaechtigt und mit leichten Kreislaufproblemen meinerseits gings die ersten Schritte durch die noch schlummernde Stadt. In Griechenland hängen überall „Enikiasetä“-Aufkleber („Zu vermieten“) an nahezu jeder Hauswand, bei denen man einfach de Vermieter anrufen kann und einen Besichtigungstermin ausmacht. Nach einem kleinen Frühstück und dem Durchgehen von Zeitungen wurde telefoniert (auf Griechisch und Englisch), Termine ausgemacht und man suchte getrennt Straßen und Viertel nach „Enikiasetä“ ab. Allerdings waren die ersten interessanten Wohnungen unmöbliert, und anscheinend ist der Wohnungsmarkt für Studenten momentan noch im sommerlichen Schlummerzustand, und erwacht wohl erst in ca. zwei Wochen, wenn die griechischen Studenten ebenfalls nach Wohnungen suchen werden. An Sightseeing in der Metropole war sowieso nicht zu denken, das wird ab Ende September wiederholt werden. Nach weiteren Rückschlägen gings nachmittags abermals getrennt auf die Suche, trotz aller sinuskurvig verlaufenden Stimmung jedoch konstant erfolglos. Zusätzlich drückten die Hitze von 38/39 Grad und die Müdigkeit die Stimmung, aber an Aufgeben wurde nicht gedacht. Erste passende, aber zu teuere Wohnungen wurden gefunden, doch wir suchten lieber weiter. Derweil war das Guthaben von 10 Euro auf meinem Handy schon längst vertelefoniert. Während Sabrina sich abends noch ein WG-Zimmer anschaute, betrieben wir beiden anderen noch kurz eine Internetrecherche, und Christina fand doch noch einen Vermieter, der einen innerhalb einer Stunde noch schnell in eine Bude schauen ließ. Und diese Bude stellte sich dann als der absolute Wahnsinn heraus. Zentral, im 7. Stock mit fetter Dachterrasse, alles drin was man braucht, großes Zimmer mit großem Bett für mich, Aufzug, möbliert, Balkone, Ventilator und vieles mehr. Alles wurde klar Schiff gemacht, ich ziehe Ende September mit Christina dort ein, während Sabrina in der WG unterkam. Sprich, wir wurden alle für unsere Mühen des langen Tages mehr als nur belohnt, und zwar beim letzten Funken Hoffnung.

Vollgepumpt mit Glückshormonen war dann noch Zeit für einen kurzen Sightseeing- und feierlichen Biertrink-Abstecher ins Viertel Monastiraki, wo ich das erste Mal die Akropolis in ihrer vollen Pracht von unten betrachten dürfte. In einem Nachtzug mit (für mich) zu unbequemen und kleinen Betten dösten wir glücklich und zufrieden zurück in die nördlichen Gefilde Griechenlands.

Noch habe ich zwei Wochen Sprachkurs, dann wird wohl ein wenig durch Hellas gereist, und dann heißt es: Athen, meine Perle, ich komme!

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Shorttrip nach Athen

Mit dem Nachtzug gehts spaeter mit Sabrina und Christina nach Athen, um dort morgen und vielleicht noch uebermorgen nach einer zentral gelegenen Wohnung oder Appartement zu suchen. Leute aus unserem Sprachkurs haben schon gestern innerhalb von einem Tag hier in Thessaloniki eine Bude fuer das Semester gefunden. Ausserdem stehen die Chancen ganz gut, in Athen schnell was brauchbares zu finden, da die angehenden griechischen Studenten in der kommenden Woche ihr Studienbescheide erhalten, somit also der Sturm auf die Zimmer erst ab naechstem Wochenende beginnt. Ausserdem bekomme ich schon einmal einen ersten Eindruck von der Stadt, in der ich gut 5 Monate lang leben werde.

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„Ena, Dia, Tria, Tessera, Pende, Exi, Efta, Okto, Ennea, Deka, Endeka, Dodeka“

Nein, den Sirtaki lernte ich nicht in der Tanzschule gestern. Aber den Sirtos, das ist sozusagen der grosse Bruder, den „-aki“ ist in der griechischen Sprache der Deminutiv. Ausserdem lernte die Gruppe einen Tanz, bei dem ich mir nicht mehr ganz sicher mit dem namen bin, aber ich denke es war der Syngathistos. Die Griechen hoppeln im 12er-Takt durch die Lande, allerdings nicht exakt zum Metronom. Allerdings war unser Tanzlehrer auch nicht in der Lage, parallel zur Musik seine eigenen Schritte zu setzen, sondern er beschleunigte immr was wieder oder liess das Tempo zurueckfallen. Vielleicht lags aber auch nur an der partiellen Ueberforderung einiger Telnehmer. Das war aber alles sehr lustig, jedoch trotz der Abendsstnden sehr schweisstreibend. Naechste Woche gibts die naechsten Schritte.

Gyros vom Schwein, wie fein. am Aristotelesplatz habe ich bei „Dimitri“ eine grandiose Gyros-Pita verdruecken duerfen, sagenhaft. Klein aber fein, und er hat mich recht fix als Deutschen identifizieren koennen, und war ueberglueklich, die moeglichen Belaege praesentieren zu duerfen. Diese griechische Mentalitaet ist schon der Hammer, man kauft nur einen kleinen Imbiss, und wird behandelt wie der Koenig. Gerade bei den kleineren Laeden und Buden ausserhalb der grossen Einkaufsmeilen. Vor lauter Essfreude entfiel s mir leider, ein Foto von dem grandiosen Mahl zu machen. Das naechste Mal dann.

Noch ein wenig Stadtkunde: Der weisse Turm, „Lefkos Pyrgos“, ist das Wahrzeichen von Thessaloniki. Er liegt direkt an der Flaniermeile entlang des Meeres, und ist bei Tag und Nacht von einer der Anlaufpunkte. Das Baden ist hier leider untersagt, aber direkt an der Mauer ist es nicht allzutief, maximal n Flachkoerper waere moeglich.
Er ist wohl aus der venezianischen oder fruehosmanischen Zeit, und diente schon im Laufe der Jahrhunderte als Waffenlager, Gefaengnis, unter deutscher Besatzung im 2. WW als Nahrungsmittellager, als Stuetzpunkt griechischer Luftabwehr und Marineschule. Heute beschraenken sich seine Dienste auf den Einlass von Touristen.

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Volles Programm

Nachdem die letzte Woche noch viel freie Zeit offerierte, ist diese Woche volles Programm angesagt. Montag hatten wir abends eine fast dreistuendige Einfuehrung in die griechische Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts (ging so), gestern ging es ins Archaeologische Museum (sehr witzig, dazu in einem kommenden Eintrag mit Bildern mehr), gleich lerne ich griechischen Volkstanz und morgen gibts einen vortrag ueber griechische Briefmarken (nicht so interessant). Die Nacht auf Samstag fahre ich dann mit zwei deutschen Maedels per Zug nach Athen, um mich dort schon einmal nach einer Wohnung umzusehen und einen ersten Eindruck von der Stadt zu erhalten.

Was an Griechenland nicht so toll ist: verwesende tote Katzen auf der Strasse, die absolut abartig stinken, aber scheinbar nicht beseitig werden. Toll dagegen: Billige Buspreise, 70 Minuten rumfahren und wahrlos umsteigen als Student fuer nur 30 Cent, oder wenn man sich an einem Periptero mit Tickets eindeckt, sogar nur 25 Cent. Da sollten sich die deutschen Stadtwerke was abschneiden!

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Langes Wochenende

Bedingt durch den freitaegigen Feiertag bot das vergangene Wochenende genuegend Freiraum fuer freizeitliche Aktivitaeten. Deswegen alles mal der Reihe nach.

Donnerstagabend stand der Besuch von „Mamma Mia“ in der Spaetvorstellung eines Openair-Kinos an, und der Film hat mich entgegen meiner Erwatungen wirklich unterhalten. Die Ursache ist wohl darin zu suchen, dass der Film keine Sekunde lang eine seriöse Haltung einnimmt, mit wirklich viel Ironie und Slapstickeinlagen jeden sich handlungsbedingt anbietenden emotionalen Ballast ueber Bord wirft. Die ABBA-Songs verspruehen trotz Kitschfaktor gute Laune (Alder), und der Spass aller Beteiligten am Drehen dieses sinnfreien Streifens steht jedem ins Gesicht geschrieben, allen voran Meryl Streep (eine Grande Dame des Schauspiels ist sich fuer keinen Bloedsinn zu schade), Pierce Brosnan (besonderer Unterhaltungsgarant, da niemand ihm wohl erklaert hat, dass dieser Film kein Drama ist), und Colin Firth (kommt leider etwas zu kurz). Anschliessend stand noch orientierungsloses Flanieren durch die naechtlichen Strassen auf der Tagesordnung.

Freitag fuhren wir mit einigen Erasmus-Studenten auf eigene Faust zum naechstbesten Strand. Thessaloniki liegt zwar direkt am Meer, nicht mal 10 Fussminuten von meiner Unterkunft entfernt, allerdings ist es innerhalb der Stadt nicht moeglich, sich ins kuehlere Nass zu stuerzen. Bis man einen richtigen Sandstrand, wogenden Wellen und bierbaeuchige Touristen geniessen kann, bedarf es einer mindestens einer Stunde Busfahrt aus der Stadt hinaus (mit Umstieg bei IKEA). Wir haben dann auch den wohl erstbesten Strand angesteuert, fuer den ersten Meerkontakt durchaus. Natuerlich habe ich mir gleich trotz Auftragens von Sonnenschutz an Schultern und Ruecken einen Sonnenbrand zugezogen.

Fuer Samstag war von Erasmus aus ein Trip nach Chalkidiki orgianisiert. Mit dem Bus ging es erst zu einer praehistorischen Hoehle bei Petralona, in der der Schaedel eines moeglichen evolutionaere Bindegliedes zwischen Homo Erectus und Homo Sapiens gefunden wurde. Wir wurden zwar etwas durchgehetzt, aber nur 17 Grad in der Hoehle waren eine willkommene Abwechslung zu den hochsommerlichen Aussentemperaturen.

Darauf kutschierte uns der Bus in den Badeort Kalithea auf den westlichsten Finger von Chalkidiki. Dort entlassen war abermals mehrstuendiges Relaxing und Schwimmen an einem doch recht vollem Strand angesagt. Vor der Rueckfahrt konnte ich auch eindlich meine erste Gyros-Pita geniessen, so fettig, dass es wahrhaft durch das Papier durchgetropft ist. Ein Traum!

Abends folgte man dem Geruecht, dass einer der Erasmusstudenten am Aristoteles-Platz ein Konzert gaebe, mehr als das wusste aber niemand. Nach einigem Herumirren stellte sich das Konzert als eine Form von Urban Legend heraus, und irgendwie bin ich anstatt auf eines der im Meer umherfahrenden Partybooten mit meinen Hausbewohnerinnen und einigen Tuerken (einer hatte Geburtstag) im erstbesten Club gelandet, in dem das 0,33l-Bier 8 Euro kostet, bei Happy Hour 5 Oere. Dazu scheinbar tuerkische Kommerzdissenbucke, und auch ein paar griechische Hueftschwinger, mir allerdings allesamt unbekannt. Allzu lange hielt ich’s dort aber nicht aus, in den Strassen ging es vorbei an einem Rudel schlafenden Strassenhunde und einem Rudel schlafender Obdachloser zurueck ins Dormitory.

Der Sonntag war erst einmal gepraegt von Ausschlafen und Griechischpauken. Abends ging es dann mit Janet und Sabrina hinauf zur Akropolis von Thessaloniki, unweit von meinem Wohnpunkt. Der Niedergang der Sonne warf wirklich ein wunderbares Licht auf das Meer, und die enormen Ausmasse dieser Stadt wurden dabei erst so richtig deutlich.

Danach gabs auch am Huegel ein richtiges (vegetarisches) griechisches Essen in einer Taverne, mit vielen einzelnen Tellern, von dem jeder runterass. Leckalecka.

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Griechische (betagtere) Maenner + Rock = ???

In Griechenland gibt es ein einfaches Reizreaktionsschema: man nehme ein paar Bauarbeiter, oder Kioskbesitzer, setze sie bei der hoechsten Temperaturen auf die Strasse, am besten gefluechtet in den Schatten eines Baumes. Dort lasse man nun deutsche Damen vorbeiflanieren die zwecks Sammelns von dunkleren Hautpigmenten und der grossen Hitze kurze Roecke tragen. Was ergibt das wohl? Genau, lautstarkes Pfeifen und diverseste Anmachsprueche, wie nach schlechtem Klischee. Bis jetzt haben das die Maedels aus meinem Wohnheim taeglich auf dem Hin- oder Rueckweg zur Schule zu hoeren bekommen.

Wenn man auf einem Balkon sitzt, und keine Lust aufs Lernen hat, ist es ratsam, einfach den Blick nach unten durch die Straessen schweifen zu lassen, es gibt immer was zu entdecken. Die wilden Hunde Thessalonikis, die auf eine Verkehrsinsel gemeinsam Knochen verbuddeln, ausholend gestikulierende Maenner, schreiende Frauen, droehnend anfahrende Motorraeder, und Taxis ueber Taxis. Die Griechen sind angeblich ein recht fussfaules Volk.

Auf erste Fotos wird weiterhin vertroestet, ich sass heute bei den Tuerken aus meinem Wohnheim auf dem Balkon, und die Zeit hab ich dabei voellig vergessen. Aber wirklich nette Leute, die nicht den deutschen Klischees entsprechen. Und nen Balkon mit Schattenwurf zur Nachmittagsstunde haben sie auch noch, das ist auch nicht zu vergessen.

Heute Abend wirds vom Programm indirekt richtig griechisch, und dann doch wieder nicht: naechtliches Open-Air-Kino, mit „Mamma Mia“, welcher auf einigen hellenischen Inseln gedreht wurde. Der neue Batman kommt dann vielleicht naechste Woche. Durch den morgigen Feiertag kann ich mich dann auch erstmalig in das so geruehmte griechische Nachtleben stuerzen. Morgen bleibe ich dann bettlaegirg, erstmal ausschlafen. Die letzten Tage warfen immer nur gut sechs Stunden ab. Bedingt durch die Zeitumstellung stehe ich nach deutscher Zeit um 5.45 Uhr jeden morgen auf. Man muesste ja eigentlich nur frueher ins Bett, aber wenn ich mich um 23 Uhr nach deutscher Zeit bette, wirkt das sehr eigenartig …

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