Langes Wochenende

Bedingt durch den freitaegigen Feiertag bot das vergangene Wochenende genuegend Freiraum fuer freizeitliche Aktivitaeten. Deswegen alles mal der Reihe nach.

Donnerstagabend stand der Besuch von „Mamma Mia“ in der Spaetvorstellung eines Openair-Kinos an, und der Film hat mich entgegen meiner Erwatungen wirklich unterhalten. Die Ursache ist wohl darin zu suchen, dass der Film keine Sekunde lang eine seriöse Haltung einnimmt, mit wirklich viel Ironie und Slapstickeinlagen jeden sich handlungsbedingt anbietenden emotionalen Ballast ueber Bord wirft. Die ABBA-Songs verspruehen trotz Kitschfaktor gute Laune (Alder), und der Spass aller Beteiligten am Drehen dieses sinnfreien Streifens steht jedem ins Gesicht geschrieben, allen voran Meryl Streep (eine Grande Dame des Schauspiels ist sich fuer keinen Bloedsinn zu schade), Pierce Brosnan (besonderer Unterhaltungsgarant, da niemand ihm wohl erklaert hat, dass dieser Film kein Drama ist), und Colin Firth (kommt leider etwas zu kurz). Anschliessend stand noch orientierungsloses Flanieren durch die naechtlichen Strassen auf der Tagesordnung.

Freitag fuhren wir mit einigen Erasmus-Studenten auf eigene Faust zum naechstbesten Strand. Thessaloniki liegt zwar direkt am Meer, nicht mal 10 Fussminuten von meiner Unterkunft entfernt, allerdings ist es innerhalb der Stadt nicht moeglich, sich ins kuehlere Nass zu stuerzen. Bis man einen richtigen Sandstrand, wogenden Wellen und bierbaeuchige Touristen geniessen kann, bedarf es einer mindestens einer Stunde Busfahrt aus der Stadt hinaus (mit Umstieg bei IKEA). Wir haben dann auch den wohl erstbesten Strand angesteuert, fuer den ersten Meerkontakt durchaus. Natuerlich habe ich mir gleich trotz Auftragens von Sonnenschutz an Schultern und Ruecken einen Sonnenbrand zugezogen.

Fuer Samstag war von Erasmus aus ein Trip nach Chalkidiki orgianisiert. Mit dem Bus ging es erst zu einer praehistorischen Hoehle bei Petralona, in der der Schaedel eines moeglichen evolutionaere Bindegliedes zwischen Homo Erectus und Homo Sapiens gefunden wurde. Wir wurden zwar etwas durchgehetzt, aber nur 17 Grad in der Hoehle waren eine willkommene Abwechslung zu den hochsommerlichen Aussentemperaturen.

Darauf kutschierte uns der Bus in den Badeort Kalithea auf den westlichsten Finger von Chalkidiki. Dort entlassen war abermals mehrstuendiges Relaxing und Schwimmen an einem doch recht vollem Strand angesagt. Vor der Rueckfahrt konnte ich auch eindlich meine erste Gyros-Pita geniessen, so fettig, dass es wahrhaft durch das Papier durchgetropft ist. Ein Traum!

Abends folgte man dem Geruecht, dass einer der Erasmusstudenten am Aristoteles-Platz ein Konzert gaebe, mehr als das wusste aber niemand. Nach einigem Herumirren stellte sich das Konzert als eine Form von Urban Legend heraus, und irgendwie bin ich anstatt auf eines der im Meer umherfahrenden Partybooten mit meinen Hausbewohnerinnen und einigen Tuerken (einer hatte Geburtstag) im erstbesten Club gelandet, in dem das 0,33l-Bier 8 Euro kostet, bei Happy Hour 5 Oere. Dazu scheinbar tuerkische Kommerzdissenbucke, und auch ein paar griechische Hueftschwinger, mir allerdings allesamt unbekannt. Allzu lange hielt ich’s dort aber nicht aus, in den Strassen ging es vorbei an einem Rudel schlafenden Strassenhunde und einem Rudel schlafender Obdachloser zurueck ins Dormitory.

Der Sonntag war erst einmal gepraegt von Ausschlafen und Griechischpauken. Abends ging es dann mit Janet und Sabrina hinauf zur Akropolis von Thessaloniki, unweit von meinem Wohnpunkt. Der Niedergang der Sonne warf wirklich ein wunderbares Licht auf das Meer, und die enormen Ausmasse dieser Stadt wurden dabei erst so richtig deutlich.

Danach gabs auch am Huegel ein richtiges (vegetarisches) griechisches Essen in einer Taverne, mit vielen einzelnen Tellern, von dem jeder runterass. Leckalecka.

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