Einmal Spetses und länger zurück

Eigentlich wollte ich ja Windsurfen auf Naxos, mich auf das Brett stellen, das Riff hochreisen und mit einer guten auflandigen Brise über das Wasser gleiten. Tja, Pech gehabt, ein kurzes Telefonat mit der Surfstation  auf Naxos hatte ergeben, dass für letztes Wochenende Windstärken von 8-12 prognostiziert wurden. Für einen Anfänger wie mich ist das auf jeden Fall zuviel, bei solchen Winden wagen sich nur die absoluten Professionals aufs Meer. So musste ich umdisponieren, eine Insel und Meer waren trotz allem das Ziel, und von einer befreundeten Griechin wurde mir nahegelegt, nach Spetses zu reisen, einer kleinen schönen Insel, die eher Griechen als Urlaubsziel dient als Massen von (nun wie auf Santorini in der Nachsaison eher fetten amerikanischen) Touristen. Also nun halt Spetses, wie sang doch Rudi Carrell: Lass dich überraschen!

Für die meisten Griechen hat mit nur gut 20-25 Grad schon der Winter Einzug gehalten. Auf meinem Kurztrip zur Insel Spetses fand ich komplett geschlossen Strandanlagen vor, und außer mir waren so gut wie keine Badegäste anwesend. Ein Traum also, die Mittagssonne brezt immer noch so, dass ich mir bei meiner samstäglichen Mountainbikeumrundung der Insel sogar einen kleinen Sonnenbrand zugezogen habe. Auch dort gab es wunderbare menschenverlassende Strände, bei denen man aus dem Schwärmen gar nicht herauskommen kann. An einigen Stellen sorgen ein paar Schirme und verlassene Tourismusbeachanlagen fast schon eine angenehme postapokalyptische Stimmung, bei der nur wenige Dinge an die Existenz menschlichen Daseins erinnern. Vielleicht sollte man den neuen Terminatorfilm oder einen neuen Madmax im Herbst in hellenischen Gefilden drehen, das Land eignet sich daüfr hervorragend.

Aber die ersten Anzeichen für den Einzug des Herbstes (namentlich Wind und der damit verbundene Wellengang) machten meiner Rückreise per Fähre nach Pireus mit einem geplanten Zwischenstopp auf der Insel Hydra, auf der es eigentlich keine Autos und nur vierbeinige Lebewesen wie Pferde und Esel als Fortbewegungsmittel gibt, einen Strich durch die Rechnung. Um überhaupt wieder nach Athen zu gelangen bei der vorläufigen Cancelung (was für ein dreckiger anglizistischer Neologismus) aller Fähren, fuhr ich mit einem Wassertaxi ans naheliegende Festland, mit einem Taxi zum nächstgrößeren Ort, um dort mit dem Bus über Land nach Athen zu reisen. Mit der Fähre nach Spetses sinds nur 2,5 Stunden, der Rückweg betrug dann dagegen 8 Stunden. Aber ich war in guter Gesellschaft mit einem britischen Mitreisenden, und von der Peloponnes habe ich auch schon einen ersten Eindruck bekommen.

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