Monatsarchiv: November 2008

Sommernachbeben?

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Nachdem sich auch in Athen langsam die kälteren Temperaturen etablieren, schiebt sich heute die Sonne noch einmal raus und verleitet einen fast dazu, nochmals im Tshirt herumzulaufen. Mensch, das könnte noch ein paar Tage so bleiben, da ist meine sich dezent anbahnende Erkältung ja glatt vergessen. Aber sobald sich Helios verzieht, ists schon auch wieder kühl in der Stadt. Naja, die nächsten Tage muss ich auch für einen kleinen Test im Neugriechischkurs lernen, vielleicht schreiben wir nächste Woche auch schon die „große“ Klausur für das ganze Semester, da einige Mitgriechischlernende schon ab Weihnachten wieder in ihrem Heimatland konstant verweilen. Am Wochenende kommt ein Genosse aus Thessaloniki-Zeiten, der liebe ABBA-Fan Georgi aus Bulgarien, zu Besuch. Da sollte man wohlauf und relativ lerntbefreit sein. Vielleicht habe ich ab heute auch schon WLAN, dann kann ich endlich auch in meinem Zimmer „richtig“ das Arbeiten mit und am eigenem Schreibtisch anfangen. AUßerdem realisiere ich gerade, In einem Monat ist schon Weihnachten, und Vorlesungszeit ist in zwei Monaten auch schon um. Jetzt ist schon Halbzeit… tststs, das ging ja fix.

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Einmal Peloponnes und zurück

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Vom 15. bis 17.11. fuhr ich mit einer Bande netten Leuten über die Peloponnes, um (Good Ol’) Mykene, die Stadt Nafplio und Olympia zu besuchen. Acht liebe Menschen verteilt auf zwei Mietautos (zu einem wahrlichen Spotpreis für drei Tage) wollten Kultur, Abenteuer und raus aus Athen, und bekamen noch wahrlich mehr: sinflutartigen Regen, kaum Schlaf und einen der besten Feta Psiti ever. Aber alles erst mal auf Anfang.

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Nach einer zu kurzen Nacht ging’s früh raus, Buchungsprobleme mit einer Autovermietung zwang uns erst einmal, noch ein neues Unternehmen zu suchen. Kaum gefunden, steht fest dass die einzigen beiden Herren aufgrund des Alters (über 23) als potentielle Fahrer in Frage kommen, aber kein Problem, Autofahren macht ja Spaß! Minimal verspätet gings dann auf der Autobahn raus aus der Stadt. Erster Halt Korinth, einmal Blick auf den Kanal, Lebensmittel einkaufen und zu Goodys (griechisches Fastfood-Pendant zu McWürgerKing) zum Mittagessenreinschaufeln.

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Runter von der Autobahn wird’s schon etwas gefälliger, Auf und Ab, vorbei an den sichtbaren Resten der sommerlichen Waldbrände, die teilweise von den Griechen selbst gelegt werden. In Mykene sind wir dann noch rechtzeitig, um uns das Grab des Agamemnon anzusehen, aber bei der alten Stadt stehen wir genau um 15 Uhr und dürfen noch beim Abschließen der Anlage zusehen– in Griechenland werden fast alle Museen um 15 Uhr dicht gemacht. Weiter geht’s noch auf eine alte Burganlage, in einer momentan in Renovierung befindlichen Monastery werden wir herzlich empfangen. So hat man sich die Zeit gut vertrieben, bevor wir in der Dunkelheit und massig Regen in der Stadt Nafplio eintreffen.

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Nachdem eine billige Unterkunft gefunden wurde, gab’s in einem Lokal den besten Feta Psiti, den ich bisher gegessen habe. Ein Traum! Am nächsten Tag flanierten wir noch durch die Straßen dieser eher venezianisch wirkenden Stadt, die sich auch trotz der nun auch in Griechenland eingezogenen herbstlich-nasskalten Wetterbedingungen als wunderschön gebärt, ebenso die Festungsanlage auf dem Berg vor der Stadt. Mittags besuchten wir dann die am Vortag verpassten von Schliemann ausgegrabenen Ruinen von Mykene. um darauf dann einmal durch die Mitte der Peloponnes Richtung Westküste nach Olympia zu fahren.

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Diese Fahrt war ein reinstes Abenteuer, ein ewiges auf und Ab durch die Dunkelheit auf engen Straßen, der Radio gab seinen Geist auf (nachdem vorher eh nur ein griechischer Sender mit seinem stetigen Bousuki-Gedudel an unserer Gehörsträngen zerrte) und konnte phasenweise nicht mehr wiederbelebt werden, einige Mal hatte mein Auto augrund der nassen Fahrbahn keinen Grip und schlitterte, arrogante Busfahrer schoben sich auf den schmalen Straßen an uns vorbei, unzählige Wetterleuchten am Himmel sorgten für eine angenehme Stimmung – alles echt super.

In Olympia haben wir dann eine gute Unterkunft gefunden, nach einem weiteren Tavernenessgang wurde viel zu lange getrunken und zu wenig Schlaf getankt (vor allem für die Fahrer) und die heiße Morgendusche war die beste Brause seit Jahren für mich, selten so entspannt gewesen. Das alte Olympia an sich ist wirklich schöne, unzählige Ruinenreste der Anlage zeugen von der großen Bedeutung des Ortes in der Antike, natürlich wurde auf dem Sportfeld auch eine Bahn gerannt (Fotos vielleicht hier noch ein andermal, der Akku meines Fotos hat leider dort schlappgemacht). Und wir haben wie das Bild zeigt, selbst ein olympisches Feuer entzündet.

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Die Zeit verging wirklich wie im Fluge, schon saß man wieder im Auto und bretterte auf dem hellenischen Highway entlang. Highway – damit sei eine Straße gemeint, die pro Richtung eine und eine halbe Spur besitzt, welche allerdings wiederum als ganze Fahrbahn betrachtet wird. Einmal an der Westküste der Peloponnes hoch, Essensstop in Patras, danach gings im Dunkeln durch Hardcoreregengüsse zurück, weshalb wir auch später als gedacht wieder in der Hauptstadt ankamen. Nach Rückgabe der Autos musste ich schnell in meine Bude, ich hatte nur gut ne Stunde, einmal Auspacken vom alten Trip und Neupacken für den nächsten, ab zur Larissa Station, zum Nachtzug Richtung Thessaloniki. Dort erwartete mich schon das große griechische Filmfestival, doch davon handelt die nächste Episode. Aber eins noch, in weiser Voraussicht hatte ich ein Bett im Zug gebucht, und meine wochenendliche Übernächtigung war froh, sich dort entladen zu können.

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Meinereiner geht in die Verlängerung

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Das Neuste vom Neuen, Zeit für Freudensprünge – wie im Bild auf Rhodos. Wahrscheinlich expandiere ich meine Zeit in Hellas noch ein wenig, konkret wohl um das Sommersemester – allerdings wohl für ein Praktikum, scheinfrei bin ich ja nach dem aktuellen Semester nun wohl dann (hoffentlich). Und zwischendurch gehts auch mal nach Deutschland und besonders etwas länger nach Berlin. Ganz gefixt und konkret ist das alles noch nicht, aber  es nimmt hoffentlich in den nächsten Wochen alles konkrete Gestalt an. Noch wabert alles noch wage, aber die Glückshormone arbeiten vor sich hin.

Die nächsten drei Tage gehts erstmal über die Peloponnes, und dann nach Thessaloniki zum Filmfestival und Freundebesuchen. Freu mich schon riesig, und dann vielleicht … ach immer diese Versprechungen, ich lasse sie mal unausgesprochen, dass sich hier alles textlich und bildlich ein wenig stärker anreichert.

… Wah, in 6,5 Stunden ist ja schon Treffpunkt, das Krewati wartet schon.

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Viel Besuch und wenig Uni

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Die letzten Wochen in Athen waren luftigflockig angereichtet durch viele Gäste in unserer Wohnung. Für gut eine Woche nisteten vier sehr liebenswerte Freundinnen von Krissy aus Würzburg bei uns ein, und brachten damit auch den fränkischen Dialekt, nordbayerischen Charme und Klassenfahrtfeeling mit. Höhepunkt war dabei auch die Helloween-Party in unserer WG, bei der, und hier wird jetzt nicht das Stilmittel der Hyperbel herangezogen, nach unserer Schätzung über den Abend hinweg 100-150 Leute zu Gast waren. Leider habe ich als Gastgeber vor lauter Quatschen recht wenig Bilder gemacht, aber n paar Freund geben hoffentlich noch welche an mich weiter. 14,5 Tüten Mull mussten beseitigt werden, der einzige Kollateralschaden ist ein kleiner Hocker, Probleme mit Nachbarn gabs keine (denn wir haben in dem Sinne keine), und die Poliziei war in derselben Nacht nur wenige Straßen weiter in unserem Viertel damit beschäftigt, mit Tränengas ein paar schwarz vemummte Gestalten ein wenig Aktion zu bieten. Wär ich mit meinem Kostüm da rumgelaufen, dann hätten die mich wohl auch eingesackt.

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Kaum warn die Mädels dann weg, da war Krissys Schwester auch für ein paar Tage noch zu Besuch bei uns. Also kam man ausm Fränkln nemmer heraus.

Ein weiteres Unterhaltungshighlight war das Championsleague-Spiel Panathinaikos Athen gegen Werder Bremen. Inmitten von griechischen Fans verfolgten wir direkt hinterm (aus der Fernsehperspektive) rechten Tor in der fünften Reihe das Geschehen. Da Bremen sowieso nicht mein Verein ist, und ich deswegen auch nicht in grünen Klamotten ins Stadion kam (is eh die Farbe beider Vereine), überlebten wir trotz aggressivem Fanverhalten auf Seite der Griechen das Spiel und wurden besonders gut von einem kleinen Griechen entertaint, der trotz seiner Alterklasse von vielleicht acht Jahren schon mit vollster Inbrunst mit diversesten griechischen Schimpfwörtern den deutschen Fanblock beschimpfen konnte und dabei auch konstant seine beiden Mittelfinger in den Himmel reckte.

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Am 28. Oktober wurde außerdem der schon an anderer Stelle hier erwähnte Nationalfeiertag, der „Ochi“-Day (Επέτειος του «’Οχι» – der Tag des „Neins“) gefeiert. Gedenkt werden soll der Ablehnung eines Ultimatums von Mussolini am 28.10.2008 durch den griechischen Diktators Ioannis Kontaxas, den Achsenmächten die Erlaubnis des Betretens griechischen Bodens und die damit verbundene Besetzung wichtiger Strategischer Punkte durch die Nazis und Italiener verbat. Die Militärparade ist an diesem Tag in Thessaloniki, in Athen gab es lediglich eine Schulparade durch die Hauptstraßen, bei denen Familienväter begeistert ihren Kindern zurufen, sie sollen doch mal bitte herschauen, damit man ein Foto machen kann. Also eher langweilig und mit zunehmender Dauer nervig, allerdings wurden die großen Straßen der Stadt dafür gesperrt, und das Ganze hatte dann einen postapokalyptischen 28DaysLater-MadMax-Terminator2Titelseqzenz-Flair. Man kann nicht alle Tage über die Panepistimou schreiten, normalerweise wird man sofort auf der fünfspurigen Straße vom Verkerhstreiben erfasst.

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PS.: Der neue Bond ist wirklich von den optischen Schauwerten sehr schön und teilweise mit einzelnen genialen EInstellungssequenzen sehr nett anzusehen, dabei ganz konsequent in der Fortführung des Ansatzes von „Casino Royal“, aber er hat einen blöderen Titel und weniger „echte“ Handlung als der Vorgänger. Dafür ist WALL-E für Fans von Animationsfilmen ein Muss, Hammerfilm mit Abzügen in der B-Note (bei der Darstellung der konsumkontrollierten menschlichen Gesellschaft blieb man bewusst noch familienfreundlich, dabei wäre eine deutlich dystopischere Abbildung durchaus drin gewesen).

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