Einmal Peloponnes und zurück

dsc05496

Vom 15. bis 17.11. fuhr ich mit einer Bande netten Leuten über die Peloponnes, um (Good Ol’) Mykene, die Stadt Nafplio und Olympia zu besuchen. Acht liebe Menschen verteilt auf zwei Mietautos (zu einem wahrlichen Spotpreis für drei Tage) wollten Kultur, Abenteuer und raus aus Athen, und bekamen noch wahrlich mehr: sinflutartigen Regen, kaum Schlaf und einen der besten Feta Psiti ever. Aber alles erst mal auf Anfang.

dsc05498

Nach einer zu kurzen Nacht ging’s früh raus, Buchungsprobleme mit einer Autovermietung zwang uns erst einmal, noch ein neues Unternehmen zu suchen. Kaum gefunden, steht fest dass die einzigen beiden Herren aufgrund des Alters (über 23) als potentielle Fahrer in Frage kommen, aber kein Problem, Autofahren macht ja Spaß! Minimal verspätet gings dann auf der Autobahn raus aus der Stadt. Erster Halt Korinth, einmal Blick auf den Kanal, Lebensmittel einkaufen und zu Goodys (griechisches Fastfood-Pendant zu McWürgerKing) zum Mittagessenreinschaufeln.

dsc05584

Runter von der Autobahn wird’s schon etwas gefälliger, Auf und Ab, vorbei an den sichtbaren Resten der sommerlichen Waldbrände, die teilweise von den Griechen selbst gelegt werden. In Mykene sind wir dann noch rechtzeitig, um uns das Grab des Agamemnon anzusehen, aber bei der alten Stadt stehen wir genau um 15 Uhr und dürfen noch beim Abschließen der Anlage zusehen– in Griechenland werden fast alle Museen um 15 Uhr dicht gemacht. Weiter geht’s noch auf eine alte Burganlage, in einer momentan in Renovierung befindlichen Monastery werden wir herzlich empfangen. So hat man sich die Zeit gut vertrieben, bevor wir in der Dunkelheit und massig Regen in der Stadt Nafplio eintreffen.

dsc05609

Nachdem eine billige Unterkunft gefunden wurde, gab’s in einem Lokal den besten Feta Psiti, den ich bisher gegessen habe. Ein Traum! Am nächsten Tag flanierten wir noch durch die Straßen dieser eher venezianisch wirkenden Stadt, die sich auch trotz der nun auch in Griechenland eingezogenen herbstlich-nasskalten Wetterbedingungen als wunderschön gebärt, ebenso die Festungsanlage auf dem Berg vor der Stadt. Mittags besuchten wir dann die am Vortag verpassten von Schliemann ausgegrabenen Ruinen von Mykene. um darauf dann einmal durch die Mitte der Peloponnes Richtung Westküste nach Olympia zu fahren.

dsc05664

Diese Fahrt war ein reinstes Abenteuer, ein ewiges auf und Ab durch die Dunkelheit auf engen Straßen, der Radio gab seinen Geist auf (nachdem vorher eh nur ein griechischer Sender mit seinem stetigen Bousuki-Gedudel an unserer Gehörsträngen zerrte) und konnte phasenweise nicht mehr wiederbelebt werden, einige Mal hatte mein Auto augrund der nassen Fahrbahn keinen Grip und schlitterte, arrogante Busfahrer schoben sich auf den schmalen Straßen an uns vorbei, unzählige Wetterleuchten am Himmel sorgten für eine angenehme Stimmung – alles echt super.

In Olympia haben wir dann eine gute Unterkunft gefunden, nach einem weiteren Tavernenessgang wurde viel zu lange getrunken und zu wenig Schlaf getankt (vor allem für die Fahrer) und die heiße Morgendusche war die beste Brause seit Jahren für mich, selten so entspannt gewesen. Das alte Olympia an sich ist wirklich schöne, unzählige Ruinenreste der Anlage zeugen von der großen Bedeutung des Ortes in der Antike, natürlich wurde auf dem Sportfeld auch eine Bahn gerannt (Fotos vielleicht hier noch ein andermal, der Akku meines Fotos hat leider dort schlappgemacht). Und wir haben wie das Bild zeigt, selbst ein olympisches Feuer entzündet.

dsc05700

Die Zeit verging wirklich wie im Fluge, schon saß man wieder im Auto und bretterte auf dem hellenischen Highway entlang. Highway – damit sei eine Straße gemeint, die pro Richtung eine und eine halbe Spur besitzt, welche allerdings wiederum als ganze Fahrbahn betrachtet wird. Einmal an der Westküste der Peloponnes hoch, Essensstop in Patras, danach gings im Dunkeln durch Hardcoreregengüsse zurück, weshalb wir auch später als gedacht wieder in der Hauptstadt ankamen. Nach Rückgabe der Autos musste ich schnell in meine Bude, ich hatte nur gut ne Stunde, einmal Auspacken vom alten Trip und Neupacken für den nächsten, ab zur Larissa Station, zum Nachtzug Richtung Thessaloniki. Dort erwartete mich schon das große griechische Filmfestival, doch davon handelt die nächste Episode. Aber eins noch, in weiser Voraussicht hatte ich ein Bett im Zug gebucht, und meine wochenendliche Übernächtigung war froh, sich dort entladen zu können.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Uncategorized

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s